"Trassenrabatt": Nahverkehrsunternehmen fordern Unterstützung
Analog zum Tankrabatt der Bundesregierung fordern Schienenverkehrsunternehmen einen "Trassenrabatt". Mit den 800 Millionen Euro, die der Tankrabatt pro Monat koste, könne die Finanzlücke beim Schienenpersonennahverkehr (SPNV) für zwei Jahre geschlossen werden, rechnete der Bundesverband Schienennahverkehr am Montag vor. "Vom SPNV profitieren dabei aber 2,75 Milliarden Fahrgäste pro Jahr."
Im Regionalverkehr klafft nach einer Gerichtsentscheidung zum System der Trassenpreise eine Lücke von 800 Millionen Euro für die Jahre 2025 und 2026. Die sogenannte Schienenmaut zahlen die Bahnunternehmen an die Bahn-Töchter DB Infrago und DB Regionetz Infrastruktur für die Nutzung der Schienen. Für den Regionalverkehr waren sie aber lange gesetzlich gedeckelt.
Eine Klage dagegen, weil Fern- und Güterverkehr die Mehrkosten ausgleichen mussten, ging bis vor den Europäischen Gerichtshof und hatte dort Erfolg. Die Bundesnetzagentur kündigte daraufhin in diesem Juli eine Erhöhung der Schienenmaut für den Regionalverkehr um jährlich 400 Millionen Euro an - rückwirkend ab 2025.
Die Unternehmen warnen, dass sie diese Nachzahlung und den Preissprung kaum stemmen können. "Die SPNV-Aufgabenträger rechnen deshalb mit Kürzungen im Verkehrsangebot", erklärte der Bundesverband. "Während mit dem Deutschlandticket die Nachfrage ungebrochen ist, werden wichtige Fahrten für Pendler:innen fehlen, die Überfüllung und Unzuverlässigkeit der Züge wird weiter zunehmen."
S.Phillips--PI