Armenischer Regierungschef Paschinjan mit Hessischem Friedenspreis ausgezeichnet
Der armenische Regierungschef Nikol Paschinjan ist mit dem Hessischen Friedenspreis ausgezeichnet worden. Der 51-Jährige erhielt den Preis bei einem Festakt am Freitag in Wiesbaden, wie der Landtag mitteilte. Paschinjan wurde für seine Friedensbemühungen im südlichen Kaukasus geehrt. Damit werde sein Bestreben um die Etablierung demokratischer Institutionen in seinem Land und die Annäherung an die Europäische Union gewürdigt.
Die Laudatio auf Paschinjan hielt Serap Güler, Staatsministerin im Auswärtigen Amt. Sein Weg sei gekennzeichnet von politischem Mut und Haltung trotz Gegenwind, erklärte sie. "Nikol Paschinjan hat in einer Region Verantwortung übernommen, in der Konflikt, Misstrauen und Gewalt lange zur politischen Normalität geworden waren", fügte Güler hinzu.
2018 war der heute 51-Jährige einer der Anführer der sogenannten Samtenen Revolution und ebnete damit den Weg zu Parlamentswahlen. Auf die damaligen Massenproteste folgte ein friedlicher Machtwechsel. Anschließend wurde Paschinjan zum Regierungschef des Landes gewählt. Mit Unterstützung der USA verabschiedete er im vergangenen Jahr eine Friedenserklärung mit dem Nachbarland Aserbaidschan. Das Ziel eines EU-Beitritts ist inzwischen gesetzlich verankert.
Das 2025 geschlossene Friedensabkommen sei "ein erster, aber entscheidender Schritt hin zu einem nachhaltigen und verlässlichen Frieden", erklärte Landtagspräsidentin Astrid Wallmann (CDU).
Der Hessische Friedenspreis war 1993 vom ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Albert Osswald (SPD) ins Leben gerufen worden. Vergeben wird die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung in der Regel jährlich von einer nach seinem Gründer benannten Stiftung. Das Kuratorium ist unter anderem auch mit Vertretern führender Friedensforschungsinstitute besetzt.
2021 wurde die Verleihung wegen der Coronapandemie ausgesetzt. Danach wurden die Preisträger jeweils für das Vorjahr ausgezeichnet. Die Verleihung in diesem Jahr gilt für die Jahre 2025 und 2026, damit künftige Preisträger ab dem kommenden Jahr wieder im jeweils laufenden Jahr ausgezeichnet werden können. Das Preisgeld wird in diesem Doppeljahrgang aber nur einmal ausgezahlt.
N.Nelson--PI